Käse gehört zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit und wird überwiegend aus Kuhmilch hergestellt. Je nach Herstellungsverfahren, Reifung und Wassergehalt entstehen viele verschiedene Käsesorten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Eigenschaften.
Für Fleischerei-Fachverkäuferinnen und Fleischerei-Fachverkäufer ist Käse ein wichtiges Verkaufsthema. Kunden erwarten häufig Informationen über Geschmack, Fettgehalt, Herkunft, Lagerung oder Verwendungsmöglichkeiten.
Viele Auszubildende sind anfangs verwirrt, wenn sie auf Käseverpackungen Angaben wie 45 % Fett i. Tr. oder 60 % Fett i. Tr. lesen.
Dabei bedeutet diese Angabe nicht, dass der Käse tatsächlich zu 45 % oder 60 % aus Fett besteht.
Käse enthält neben Fett auch Wasser. Da verschiedene Käsesorten unterschiedlich viel Wasser enthalten, wird der Fettgehalt auf die sogenannte Trockenmasse bezogen.
Die Trockenmasse umfasst alle Bestandteile des Käses außer Wasser.
Deshalb dient die Angabe „Fett in der Trockenmasse“ dazu, verschiedene Käsesorten besser miteinander zu vergleichen.
Ein Camembert und ein Emmentaler können beide 45 % Fett i. Tr. besitzen.
Da Camembert deutlich mehr Wasser enthält, ist sein tatsächlicher Fettgehalt geringer als der des Emmentalers.
Die Herstellung von Käse erfolgt in mehreren Schritten:
Während der Reifung entwickeln sich Geschmack, Geruch und Konsistenz.
Damit aus Milch Käse werden kann, muss die Milch gerinnen. Dafür wird meist Lab verwendet.
Lab enthält Enzyme, die dafür sorgen, dass sich die festen Bestandteile der Milch von der Molke trennen.
Heute unterscheidet man hauptsächlich zwischen tierischem Lab und mikrobiellem Lab.
Tierisches Lab
Tierisches Lab wird traditionell aus den Mägen junger Kälber gewonnen.
Es wird seit Jahrhunderten zur Käseherstellung verwendet und kommt besonders bei vielen traditionellen Käsesorten zum Einsatz.
Merke:
Mikrobielles Lab
Mikrobielles Lab wird mithilfe von Mikroorganismen hergestellt.
Die Enzyme besitzen die gleiche Aufgabe wie tierisches Lab und bringen die Milch ebenfalls zum Gerinnen.
Da für die Herstellung keine tierischen Bestandteile benötigt werden, wird mikrobielles Lab häufig für vegetarische Käsesorten eingesetzt.
Vegetarischer Käse wird meist mit mikrobiellem Lab oder anderen nicht tierischen Gerinnungsmitteln hergestellt.
Ein Blick auf die Verpackung hilft oft weiter.
Mögliche Hinweise sind:
Nicht jeder Käse ist automatisch vegetarisch.
Viele traditionelle Käsesorten werden noch immer mit tierischem Lab hergestellt.
Käse wird hauptsächlich nach seinem Wassergehalt eingeteilt.
Frischkäse wird ohne Reifung hergestellt und besitzt einen hohen Wassergehalt.
Beispiele:
Weichkäse besitzt einen weichen Teig und reift von außen nach innen.
Beispiele:
Diese Käsegruppe liegt zwischen Weichkäse und Schnittkäse.
Beispiele:
Schnittkäse besitzt eine festere Konsistenz und lässt sich gut in Scheiben schneiden.
Beispiele:
Hartkäse besitzt einen geringen Wassergehalt und reift meist mehrere Monate.
Beispiele:
Sauermilchkäse wird ohne Lab hergestellt und besitzt einen geringen Fettgehalt.
Beispiele:
Die Fettgehaltsstufe wird anhand des Fettgehalts in der Trockenmasse bestimmt.
| Fettgehaltsstufe | Fett i. Tr. |
|---|---|
| Doppelrahmstufe | mindestens 60 % |
| Rahmstufe | mindestens 50 % |
| Vollfettstufe | mindestens 45 % |
| Fettstufe | mindestens 40 % |
| Dreiviertelfettstufe | mindestens 30 % |
| Halbfettstufe | mindestens 20 % |
| Viertelfettstufe | mindestens 10 % |
Die meisten Käsesorten werden aus Kuhmilch hergestellt.
Weitere Milcharten sind:
Bekannte Beispiele:
Frischkäse: Keine Reifung.
Weichkäse: Reift von außen nach innen.
Schnittkäse: Reift gleichmäßig im Inneren.
Hartkäse: Lange Reifezeit von mehreren Monaten bis Jahren.
Die typischen Löcher im Emmentaler entstehen durch Propionsäurebakterien.
Diese Bakterien bilden während der Reifung Kohlendioxid.
Das Gas sammelt sich im Käse und bildet die bekannten Löcher.
Beim Verkauf sollte Käse kühl gelagert werden.
Wichtige Hinweise:
Für Kunden gilt:
Viele Kunden denken, dass ein Käse mit 30 % Fett i. Tr. auch tatsächlich zu 30 % aus Fett besteht.
Das ist jedoch nicht richtig.
Um den tatsächlichen Fettgehalt zu berechnen, benötigt man zuerst die Trockenmasse des Käses.
Wichtig: Das Beispiel dient lediglich zum Verständnis der Berechnung. Die tatsächliche Trockenmasse ist je nach Käsesorte unterschiedlich!
Ein Käse wiegt 2 kg.
Davon bestehen 25 % aus Trockenmasse.
100 % = 2 kg
25 % = X
X = 25 × 2 : 100
X = 0,500 kg
Die Trockenmasse beträgt also 0,500 kg.
Der Käse besitzt 30 % Fett i. Tr.
100 % = 0,500 kg
30 % = X
X = 30 × 0,500 : 100
X = 0,150 kg
Der Käse enthält somit 0,150 kg Fett.
Der Käse wiegt insgesamt 2 kg, enthält aber nur 0,150 kg Fett.
Die Angabe 30 % Fett i. Tr. bedeutet also nicht, dass 30 % des gesamten Käses aus Fett bestehen.
